Willkommen auf www.anarchismus.at!

 

 

In den letzten Jahren haben "Nationalrevolutionäre" aus dem Spektrum der sog. "Autonomen Nationalisten" zunehmend begonnen, Texte anarchistischer Klassiker wie Rudolf Rocker oder Erich Mühsam auch von unserer Seite auf ihre Homepages oder in Foren zu kopieren. Um sie für nationalrevolutionäre Diskurse zu nutzen werden die Texte dabei mit völkischem oder nationalistischen Müll verzerrt. Einzelne Naziseiten aus diesem Spektrum verlinken inzwischen auf anarchismus.at. Dagegen können wir leider nichts machen, empfehlen zur Hintergrundinformation aber die Broschüre "Fahrt zur Hölle!" als Lestipp...

 

 

 

Wir möchten mit dieser Seite klassische anarchistische Texte und Theorien sowie (anarchistische) Artikel zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Denn "Anarchismus" hat entgegen der weit verbreiteten Meinung nichts mit Chaos und dem Kampf "alle gegen alle" zu tun. Das genaue Gegenteil ist der Fall - Anarchie bedeutet Ordnung ohne Herrschaft. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und leitet sich vom Wort "an-archia" ab, was soviel wie "Fehlen von Herrschaft" bedeutet. Und um genau das geht es uns - um die Utopie einer klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft.

 

In unserer Textsammlung machen wir auf der einen Seite anarchistische KlassikerInnen der letzten beiden Jahrhunderte zugänglich, auf der anderen Seite gibt es auch Texte zu aktuellen Themen (Anschlag auf das WTC, Rechtsextremismus...), die nicht nur von "anarchistischen" AutorInnen stammen. Wir werden uns bemühen, das Textarchiv weiter auszubauen und auch um kritische Beiträge zu antisemitischen und frauenfeindlichen Argumentationsweisen bei anarchistischen Klassikern zu erweitern.

 

Weitere Bereiche sind:

  • Im Bereich Bildergalerien veröffentlichen wir hunderte Bilder und Plakate zu verschiedensten Themen.

  • Auf unserer neuen Anarchia-Versand Homepage könnt ihr das Angebot unseres anarchistischen Materialvertriebes mit hunderten Büchern, Broschüren, CD`s, DVD`s, Buttons, Aufnähern und Klamotten einsehen.

  • Unter Infomaterial könnt ihr euch kostenlos (anarchistische) Zeitungen, Aufkleber und Buttons zusenden lassen.

  • Im Bereich Downloads gibt es Links zu MP3`s und dutzenden Texten und Büchern, die größtenteils im PDF - Format gedownloadet werden können.

  • Unter Termine findet ihr unseren Terminkalender mit Ankündigungen von Veranstaltungen und Demonstrationen 

  • Bei Adressen geben wir euch einen Überblick über anarchistische und antinationale Gruppen aus Österreich

  • Aktuelles - hier findet ihr unsere Aktualisierungen (neue Texte, Bilder, Downloads...)

 

"Niemand hat das Recht zu gehorchen!" Hannah Arendt

 

 

Nur die Idee einiger "SpinnerInnen"?

 

Anarchistische Theorien über eine von unten nach oben und ohne Herrschaft organisierte Gesellschaft beeinflussten Teile der ArbeiterInnenbewegung der letzten beiden Jahrhunderte ebenso wie andere soziale Bewegungen. In verschiedensten Ländern der Welt - von der Ukraine über Argentinien bis nach Spanien - nahmen anarchistische Bewegungen im 20. Jahrhundert Massencharakter an. Millionen von Menschen organisierten sich in anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften oder in anarchistischen Gruppen und in Spanien stellten die AnhängerInnen des Anarchismus zeitweise gar die Mehrheit in der ArbeiterInnenbewegung. Selbst in Österreich hatten Organisationen wie der "Bund herrschaftsloser Sozialisten" nach dem Ersten Weltkrieg tausende AnhängerInnen und in Deutschland waren in den 20er-Jahren zeitweise 100.000 Menschen in der Anarcho-Gewerkschaft FAUD organisiert... Sie alle einte die radikale Ablehnung kapitalistischer Ausbeutung sowie des Staates und seiner Herrschaftsapparate wie Polizei, Militär und Justiz. 

 

Es geht AnarchistInnen nicht darum, Staat und Kapitalismus "einfach so" abzuschaffen und die Welt ins Chaos (Kampf alle gegen alle) zu stürzen. An die Stelle der heutigen Gesellschaft, die auf Herrschaft und Ausbeutung auf den verschiedensten Ebenen (Kapitalismus, Frauenunterdrückung, Rassismus, Schwulen,- und Lesbenfeindlichkeit...) beruht, soll eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Herrschaft von Menschen über Menschen treten - die Anarchie! Dafür ist es notwendig, solidarische Formen des Zusammenlebens zu etablieren und neben der Abschaffung von Staat und Kapitalismus auch die allgegenwärtige Benachteiligung von Frauen in dieser Gesellschaft zu bekämpfen und aufzuheben. Wie sich AnarchistInnen solch eine herrschaftslose Gesellschaft vorstellen und wie diese aussehen könnte, dazu gibt es genügend Texte in unserem Archiv

 

 

Gegen jede Art von Herrschaft!

 

Alles nur Utopie? "Eine anarchistische Gesellschaft ist doch nicht möglich! Menschen brauchen eine Regierung, sonst artet alles im Chaos aus! Und überhaupt: Wie stellt ihr euch denn ein Leben ohne Chefs vor?" werden viele jetzt einwenden. Dass sich eine Gesellschaft sehr wohl ohne staatliche Gewalt und ohne Herrschaft von Menschen über Menschen organisieren lässt, zeigen Beispiele aus der Geschichte und aus der Gegenwart (z.B. die auf Selbstverwaltung und direkte Demokratie basierenden Vorstellungen der "autonomen Gemeinden" in Chiapas). Historisch zeigte der Anarchismus sein Potential etwa im spanischen Bürgerkrieg, als AnarchistInnen tausende Kollektive auf dem Land und in den Städten bildeten und ihr Leben ohne Regierung selbstverwalteten. Anders als etwa in der Sowjetunion waren die Kollektivierungen hier kein Gewaltakt einer kommunistischen Regierung - sie entstanden vielmehr als "Sozialismus von unten" auf Initiative der Menschen selbst. So übernahmen die AnarchistInnen etwa die Verkehrsbetriebe von Barcelona - immerhin eine Millionenstadt - in "Selbstverwaltung" ohne Chefs und DirektorInnen... Anders als in der Sowjetunion oder China endete der "anarchistische Sozialismus" nicht im mörderischen Terror einer autoritären Partei. Stattdessen wurde die anarchistische Bewegung Spaniens von ihren faschistischen und stalinistischen FeindInnen zwischen 1936 und 1939 im Blut erstickt. 

 

Als AnarchistInnen engagieren wir uns gegen jede Form von Herrschaft und Ausbeutung. Dabei kritisieren wir auch autoritäre und totalitäre Konzepte von "Links". Keine Diktatur hat je mehr Freiheit und Gleichheit gebracht, auch keine "kommunistische"! Den  heutigen VerteidigerInnen kommunistischer Parteidiktaturen sei deshalb als Lehre aus einer Geschichte von Millionen Toten ein Zitat des deutschen Anarchosyndikalisten Rudolf Rocker ins Stammbuch geschrieben: "Denn der Sozialismus wird frei sein oder er wird nicht sein!"

 

"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stecken, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Selbstmord treiben, einen in den Krieg führen. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten." Bertold Brecht

 

 

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